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Sylter Geschichte im Überblick

Am Anfang war das Meer. Vor etwa 10.000 Jahren trennten die Fluten die Insel Sylt vom Festland ab. Im Laufe dieser langen Epoche hat die Insel ihr Gesicht stetig verändert - und das nicht nur an ihren äußeren Konturen.

Vom kargen Eiland zu Deutschlands beliebtester Urlaubsinsel: Dies war ein langer, steiniger Weg, der den Syltern über Jahrhunderte hinweg viele Entbehrungen auflegte. Erst zwei ganz unterschiedliche Faktoren sorgten für den wirtschaftlichen Aufschwung der Insel: Zunächst die Ära des Walfangs und später dann der Fremdenverkehr. Zuvor aber war das Leben auf Sylt ein entbehrungsreiches: Das Dasein war karg, der Alltag glich einem beständigen Existenzkampf.

Seit jeher lebten die Sylter nicht nur am, sondern vor allem vom Meer. Über Jahrhunderte hinweg bildete der Fischfang ihre Existenzgrundlage. Im 15. und 16. Jahrhundert war es der Heringsfang, ehe im 17. und 18. Jahrhundert die Epoche des Walfangs folgte. Sie brachte der Insel einen ersten Wohlstand. Von ihren monatelangen Reisen brachten die Sylter Seefahrer kostbares Inventar aus aller Herren Länder zurück, mit dem sie ihre Häuser ausstaffierten.

Nach der Blütezeit des Walfangs nahm die Zahl der Seefahrer im 19. Jahrhundert stetig ab. Doch schon bald entdeckte man einen neuen, lukrativen Erwerbszweig: Den Fremdenverkehr. Dieser wirtschaftliche Aufschwung setzte gegen 1860 in Westerland ein; mehrere Jahrzehnte sollte es dauern, bevor auch die anderen Inselorte vom aufkeimenden Tourismus merklich profitierten. Mit der Einweihung des Hindenburgdamms im Jahre 1927 ergossen sich dann immer größere Touristenströme nach Sylt. Der Rubel rollte und füllte den Einheimischen die Taschen. Wertlose Grundstücke wurden plötzlich zu Vermögenswerten, in allen Orten schossen Appartementhäuser aus dem Boden. Der Boom hält bis heute ungebrochen an. Rund 650.000 Gäste verbringen die schönsten Wochen des Jahres auf Deutschlands populärster Urlaubsinsel und finden hier alle erdenklichen Möglichkeiten der Zerstreuung vor.

ca. 8000 v. Chr.Sylt wird vom Festland abgetrennt und zu einer Insel.
449 n. Chr.Die Angeln und Sachsen sollen von Wenningstedt aus nach England übergesetzt und die Insel erobert haben.
1141Der Name Sylt wird erstmals urkundlich erwähnt.
1350Die Pest erreicht die Insel und fordert zahlreiche Tote.
um 1425Die Sylter widmen sich verstärkt dem Heringsfang.
1436Eine schwere Sturmflut verschlingt das Sylter Hauptdorf Eidum. Die Überlebenden erbauen weiter östlich eine neue Siedlung, das spätere Westerland.
1640Erstmals wird von einer Sylter Schule berichtet.
1642Die ersten Sylter fahren zum Walfang aus.
1668Der Hering wird das Wappentier der Insel.
1742Der erste Kaffee gelangt auf das Eiland.
1769Eine Volkszählung wird durchgeführt: Die Insel hat demnach 2.814 Einwohner.
1792Eine regelmäßige Postbeförderung wird amtlich bestellt.
um 1800Zum Schutz vor dem Meer werden die Dünen planmäßig bepflanzt.
1855Gründung des Seebads Westerland.
1855In Kampen schickt der erste Sylter Leuchtturm seine Lichtzeichen übers Meer.
1872Bau der ersten Buhnen zum Küstenschutz.
1888Zwischen Munkmarsch und Westerland wird die Inselbahn gebaut und später bis Hörnum und List erweitert.
1920Volksabstimmung über die Staatszugehörigkeit: Die große Mehrheit der Sylter stimmt für Deutschland statt für Dänemark.
1925Die ersten Flugzeuge steuern die Insel an.
1927Der Hindenburgdamm schafft eine feste Verbindung zum Festland.
1939Sylt wird Festungsgebiet und mit zahlreichen Bunkern und Geschützanlagen gepflastert.
1949In Westerland wird Deutschlands nördlichste Spielbank eröffnet.
1954FKK-Strand Westerland wird eingeweiht.
1969Mit dem Westerländer Kurzentrum wird der größte Gebäudekomplex der Insel fertiggestellt.
1970Die Inselbahn stellt ihren Dienst ein.
1970Die Sylter Ostdörfer Archsum, Keitum, Morsum, Munkmarsch und Tinnum bilden die neue Großgemeinde Sylt-Ost.
1972Die ersten Sandvorspülungen zum Schutz der Insel werden erprobt.
1976Die größte Einkaufsstraße der Insel, die Westerländer Friedrichstraße, wird zur Fußgängerzone deklariert.
1985Das Sylter Wattenmeer wird Teil des "Nationalparks Wattenmeer", dem höchsten Schutzstatus.
1993In Rantum beginnt die "Sylt-Quelle" zu sprudeln.
1994Einweihung des Freizeitbades "Sylter Welle".
1999Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 190 km/h fegt der Orkan "Anatol" über Sylt und hinterlässt schwere Schäden.
2004Das Großaquarium in Westerland öffnet seine Pforten.